Apostolisches Werk "Kirche und Sport": 
5 Thesen zum Selbstverständnis 

  1. Die Kirche ist kraft ihrer Gründung und Sendung dazu berufen, hinaus zu gehen in alle Welt, diese nach Gottes Regeln zu gestalten, und dem "Heil" der Menschen zu dienen. Als wanderndes Gottesvolk, als grundsätzlich offene Weg- und Tischgemeinschaft ist sie unterwegs ins "Gelobte Land", zu einem "Leben in Fülle und Frieden".
  2. Der Mensch als Ebenbild Gottes - mit Würde und Namen bedacht und zur Freiheit berufen - darf niemals Mittel zu einem Zweck sein. Es ist das christliche Menschenbild, welches das Verhalten des Menschen am besten zu lenken und zu motivieren vermag und ihn vor den Gefahren bewahrt, die dem Sport seine Glaubwürdigkeit und dem Menschen seine Würde nehmen.
  3. Der moderne Mensch ist Teil einer konsum- und spaßorientierten Erlebnisgesellschaft, in der der Sport eine Art Leitbildfunktion ausübt und in zunehmenden Maß zum Sinnträger des Lebens wird. Die Aufgabe, sich auf evangeliumsgemäße Weise widerständig auf die moderne Gesellschaft einzulassen, ist mehr als eine nur pastorale Herausforderung.
  4. Die Kirche ist angehalten, die ethischen Grundlagen und Maßstäbe des sportlichen Handelns in Evidenz zu halten, um die Selbstbestimmung des Sports zu gewährleisten und die "Enteignung" durch sportfremde Interessen möglichst hintanzuhalten. Gerade mit der Fairness kann einer Tugend Ansehen verschafft werden, die weit über den Sport hinausreicht. Die Vorbildwirkung der (Spitzen-)Sportler ist kritisch zu würdigen.
  5. Im Dialog zwischen Kirche und Sport sind ebenso sportpolitische und gesellschaftsrelevante Fragen (z.B. Sport und Sonntag, Sportverein und Pfarrgemeinde, Funktionär und Ehrenamt, Sport und öffentliche Meinung) zu thematisieren. Sportbesinnungstage sowie kirchliche Bildungsveranstaltungen und Veröffentlichungen sollen mithelfen, die österreichische Sportlandschaft menschen- und zukunftsgerecht zu gestalten.

Mag. Christian Zoidl
St. Pölten, 16. Oktober 2001


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